Die Maginot Linie

Vorgeschichte

Kurz nach dem 1. Weltkrieg wünschte sich Frankreich, trotz der Sicherheiten, herbeigeführt durch den Versailler Vertrag seine Grenzen zum Schutz des Territoriums zu befestigen! Während dieses Krieges war der Norden Frankreichs von den Deutschen besetzt. Dadurch standen die Bergwerke und die Schwerindustrie nicht mehr für die eigenen Produktion zur Verfügung.

Ab 1920 legte die Organisation der Verteidigung von Nord- und Ostfrankreich eine der Hauptvorarbeiten des C.S.G. (Consiel Supérieur de la Guerre, Obersten Kriegsrates) fest. Von einer Studienkommision wurden verschiedene Möglichkeiten der Befestigung geprüft ohne sich auf eine Lösung zu einigen.

1922 gründete ein Ministerialerlaß die C.D.T. (Commision de Défense du Territoire, Kommission zur Landesverteidigung). Deren Vorsitz übernahm anfangs Marschall Joffre. Sie kam zu dem Beschluß, das die Verteidigung des Nord-Ostens dicht an der Grenze mit Hilfe der befestigten Regionen, in Lothringen (Longwy-Thionville-Metz), Nordelsass Lauter und Belfort gesichert werde.

1925 wurde die C.D.T. aufgelöst. Sie wurde sofort durch die C.D.F. (Commision de Défense des Frontières, Kommission der Grenzverteidigung) ersetzt, mit dem Vorsitz durch General Guillaumat (Kommandant der Rheinarmee) um die genaue Lage der Verteidigungslinien festzulegen.

Sie trug auch der Machtergreifung Mussolinis in Italien Rechnung, der Ansprüche auf Nizza und Savoyen stellte. Das Verteidigungsfeld wurde auf die Grenzen in den Alpen erweitert.

Bis 1931, dem Datum ihrer Auflösung, studierte sie die Einzelheiten der Verteidigungslinien, ebenso die Hauptformen der "Forts", die gebaut werden mussten. Seine Unterschrift erkennt man an vielen Baulichkeiten auf dem Gelände.

Um neue Formen der Befestigung zu entwickeln und wie man diese Werke konstruiert wünschte sich C.D.F. die Einrichtung eines besonderen Komitees, welches sich aus hervorragenden Mitgliedern der Pioniere, der Artillerie und der Infanterie zusammensetzte.

Der Ministerialerlaß vom 30.09.1927 instituierte die C.O.R.F. (Commision d'Organisation des Régions Fortifiées) deren Vorsitz zunächst General Guillaumat, dann General Belhague inne hatte. Dieser General war die treibende Kraft der Sache.

Die C.O.R.F. wurde im März 1935 aufgelöst, nicht ohne schwerwiegende Folgen. Nun zu den Befestigungen. Die große Neuheit war der Bau der verzweigten Werke, das heißt, dass die einzelnen Werke mit den Kasematten mit unterirdischen Gängen verbunden wurden. Kasernen, Stromversorgung u.s.w. wurde nach hinten in die Nähe der Eingänge gelegt. Diese waren mindestens 500 Meter von der Kampflinie entfernt und lagen, wenn möglich am rückwärtigen Hang.

Im Januar 1929 legte die C.O.R.F. losgelöst von der C.D.F. dem Kriegsminister Paul Painleve, einem Förderer des Baues der Befestigungen einen ersten Kostenvoranschlag vor. Dieses Budget wurde, gekürzt, im Dezember 1929 dem Parlament unterbreitet.

Es wurde am 14.01.1930 nach einer Intervention durch den neuen Kriegsminister, André Maginot, genehmigt. Zu dieser Zeit hatten die Arbeiten schon begonnen.

  • August 1927: Artilleriewerk Rimpla
  • Oktober 1928: Artilleriewerke Rochonvillers, Hackenberg und Hochwald

  • Verlauf der Maginot Linie
    Bild Wikipedia

    Der Bau

    Die Arbeiten wurden in mehreren Zügen durchgeführt:

  • die alten Fronten (Metz, Lauter, Rhein, Alpen) von 1929 - 1934
  • die neuen Fronten (Maubeuge, Montmedy, Rohrbach) von 1935 - 1938


  • Die Schlußarbeiten wurden zwischen 1936 und 1940 durchgeführt, entsprachen aber nicht mehr den Plänen der C.O.R.F., die sich offen gegen Bau der reduzierten Befestigungen aussprach.

    Trägt man den Grundkonzepten, dem Gelände, den politischen Entwicklungen und den zusammengestrichenen Budgets Rechnung, kann man das an mehreren Abschnitten in der Maginotlinie erkennen, dass deren Widerstandskraft extrem variiert. Allein die "Alten Fronten" besonders der Artillerie entsprechen den ersten Konzeptionen der Maginotlinie.

    Interessante Daten zum Bau

    Anzahl der "aktiven" Bauwerke der C.O.R.F.:

  • Artilleriewerke (GO): 45, davon 22 im Nordosten
  • Infanteriewerke (PO): 65, davon 36 im Nordosten
  • Interwallkasematten: 358, davon 338 im Nordosten

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    Die Artillerie der Werke

  • Kanonen und Haubitzen Kaliber 75mm: 102 in Kasematte, und 68 in 34 Türmen
  • Granatwerfer Kaliber 81mm: 86 in Kasematten und 44 in 22 Türmen
  • Haubitzen Kaliber 135mm: 9 in Kasematten und 34 in 17 Türmen

  • Die Infantrie der Werke
    (auch der Intervallkasematten)

  • Panzerabwehrkanonen Kaliber 37 oder 47mm: 155 in Kasematten
  • Panzerabwehrkanonen Kaliber 25mm: 103 in Türmen und Glocken
  • Schwere Maschinengewehre Kaliber 7,5mm in Zwillingslafette: 446 in Kasematten oder Glocken, und 83 in 75 Türmen
  • Granatwerfer Kaliber 50mm: 545 in Kasematten oder Glocken
  • Bauleistungen

    Hohlgänge 100 km
    Erdbewegung 12.000.000 m³
    Beton 1.500.000 m³
    Stahl 150.000 t
    Straßen und Wege 450 km

    Finanzierung

    Gesamtkosten 7.650.000.000 FF (1.166.250.000 €)
    Anteil am Verteidigungsbudget 4,5 %
    Anteil am Nationalbudget 1,1 %


    Quelle Laurent Coquelet